Der Präsident ruft zu den Waffen

Hurra, es gibt ihn wieder, den gerechten Krieg!

Bundespräsident Gauck möchte, dass sich unsere Soldaten in fremden Ländern wieder mehr am Totschießen der dortigen Bevölkerung beteiligen. Er hat das natürlich nicht ganz so ausgedrückt: Seinen Worten nach soll Deutschland „mehr internationale Verantwortung übernehmen“. Gauck geht es um das „Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen“, so eine weitere Orwellsche Gruselformulierung aus dem aktuellen Gespräch des Präsidenten mit dem Deutschlandradio Kultur. Zuletzt hatte Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz Ende Januar von „einer Außenpolitik des Einmischens statt Wegsehens“ schwadroniert. Worte, die nach Zivilcourage klingen, aber Töten meinen. So hört sich Krieg heutzutage an (zumindest für die Zurückgelassenen an der Heimatfront).

Natürlich steht Deutschland dabei „an der Seite der Unterdrückten. Es kämpft für Menschenrechte … oder für das Überleben unschuldiger Menschen. Es stoppt Verbrecher oder Despoten, so wie unsere Polizei daheim. Der Wunsch des Präsidenten nach mehr deutschen Kriegsbeteiligungen ist nicht neu, dennoch: Im Schatten der Bürgerkriege in der Ukraine und nun auch im Irak erreicht die seit Jahrzehnten andauernde Militarisierung der Köpfe einen neuen beängstigenden Höhepunkt. Weiterlesen