Der Präsident ruft zu den Waffen

Hurra, es gibt ihn wieder, den gerechten Krieg!

Bundespräsident Gauck möchte, dass sich unsere Soldaten in fremden Ländern wieder mehr am Totschießen der dortigen Bevölkerung beteiligen. Er hat das natürlich nicht ganz so ausgedrückt: Seinen Worten nach soll Deutschland „mehr internationale Verantwortung übernehmen“. Gauck geht es um das „Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen“, so eine weitere Orwellsche Gruselformulierung aus dem aktuellen Gespräch des Präsidenten mit dem Deutschlandradio Kultur. Zuletzt hatte Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz Ende Januar von „einer Außenpolitik des Einmischens statt Wegsehens“ schwadroniert. Worte, die nach Zivilcourage klingen, aber Töten meinen. So hört sich Krieg heutzutage an (zumindest für die Zurückgelassenen an der Heimatfront).

Natürlich steht Deutschland dabei „an der Seite der Unterdrückten. Es kämpft für Menschenrechte … oder für das Überleben unschuldiger Menschen. Es stoppt Verbrecher oder Despoten, so wie unsere Polizei daheim. Der Wunsch des Präsidenten nach mehr deutschen Kriegsbeteiligungen ist nicht neu, dennoch: Im Schatten der Bürgerkriege in der Ukraine und nun auch im Irak erreicht die seit Jahrzehnten andauernde Militarisierung der Köpfe einen neuen beängstigenden Höhepunkt. Weiterlesen

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Dresden Massenmord?

Nach der „Thanks Bomber Harris“-Aktion brodelt es in der Piratenpartei. Im Mittelpunkt steht dabei die Einordnung der Bombardierung von Dresden, ich will im Folgenden auf einige Aspekte eingehen, die meines Erachtens bisher zu kurz oder falsch dargestellt wurden.

Einer der wiederkehrenden Fragen der Debatte dreht sich um den Bezeichnung „Massenmord“ für den Angriff (zB. im Basisvektor Podcast; auf den Blogs von kpeterl oder Fabio Reinhard.) Unter anderem im Podcast [ab Min. 10] wird ausführlich begründet, warum der Begriff „Massenmord“ falsch sei.

Der Angriff als Kriegsverbrechen

Die von KPeterl in seinem Blog und im Podcast entwickelte Argumentation ist in meinen Augen lückenhaft. Weiterlesen

Antikriegstag und wieder mal Krieg

Es ist der 1. September, Antikriegstag, und wie es aussieht, steht wieder einmal ein Kriegseinsatz bevor, der mit uns verbündeten USA gegen das Assad-Regime in Syrien. Vermutlich ohne deutsche Beteiligung, aber wer weiß das im Moment schon so genau.
Kurz vor den Wahlen.

Die HNA hat mir die Kandidatenfrage gestellt: „In welcher Form muss Deutschland in der Syrienkrise Verantwortung übernehmen?“. Im Folgenden eine etwas ausführlichere Fassung meiner Anwort, die ich der Zeitung via Facebook zukommen ließ. Weiterlesen