Kernies vs. Vollies reloaded

Deutsche_Pomologie_-_Aepfel_-_079Gestern war es mal wieder soweit: Ich öffne mein Mailfach und eine deutlich höhere Flut an Mails als sonst bricht über mich herein. „Oh je, schon wieder irgendein Zoff!“, denke ich mir. – Aber ganz so schlimm war es gar nicht. Nur die beliebte Debatte Kernies-gegen-Vollies erfuhr auf der Mailingliste der Aktiven Niedersachsen ihre x-te Auflage. Mir kommt es inzwischen so vor, als hätte ich alle Argumente schon zigmal gehört – inklusive meiner eigenen. Ich verstehe ehrlich nicht, warum sich diese Debatte derartig im Kreis dreht – und wie so oft fühle ich mich mit meiner eigenen Position zwischen allen Stühlen. Aber sei es drum: Da ich meine Meinung zum Thema Programm zwar schon mehrfach kundgetan habe, aber noch nicht niedergeschrieben, nutze ich die Gelegenheit, um meine Gedanken hier einmal zu verbloggen.

Einerseits –

sollte doch inzwischen offensichtlich sein: Es war falsch, sich vom „Die-haben-kein-Programm“-Gerede kirre machen zu lassen und unser Programm wie wild in alle Richtungen zu überdehnen. Vor allem, dass dies vielfach durch raubmordkopieren bei anderen Parteien geschah, war völlig blödsinnig: Weiterlesen

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Quoten, Zahlen und Vorannahmen

In der Auseinandersetzung um die Quote hat es inzwischen eine ganze Reihe von Blogposts gegeben. Einige Aufmerksamkeit erhielten in den letzten beiden Tagen die beiden schon etwas älteren ganz mathematisch nüchtern daherkommenden Beiträge von „Opa Hans“ (Teil 1, Teil 2), der die Quote aus Qualitätsgründen befürwortet: Eine Frauenquote würde zu kompetenteren gewählten Kandidaten führen. Heute erschien bereits eine ebenfalls sehr mathematische Kritik hierauf von andersch. Das Folgende ist ebenfalls eine – weniger mathematische – Replik auf Opa Hans.

Mit den falschen (oder richtigen, je nach Standpunkt) Vorannahmen lässt sich alles beweisen.  Weiterlesen

Die Sache mit den Kompromissen

I. Miteinander reden …
Nach dem Wahltag wurde viel geschrieben, viel Gutes. Ich habe mich am verbloggen der Wahlanalysen nicht beteiligt, weil ich erst mal in Ruhe nachdenken wollte. Und als ich dann „soweit“ war, hatten schon viele andere mehr oder weniger meine Gedanken aufgeschrieben – ich wollte nicht derjenige sein, der alles noch einmal sagt, nur damit er es auch selbst gesagt hat. Am besten gefallen hat mir die Wahlanalyse von Pavel Mayer und diese Debatte (Video).

Ein Aspekt in allen Analysen, der immer wieder durchscheint, ist der Wunsch nach und die Notwendigkeit zu einem konstruktiveren Umgang miteinander und mit Konflikten. So überschreibt Fabio Reinhard den zweiten Teil seiner dreiteiligen Wahlanalyse mit der Aufforderung „Don’t be compromised, compromise!“ (Warum er das nicht – niederschwelliger – auf deutsch schreiben kann, bleibt sein Geheimnis, tut aber auch nicht viel zur Sache.) Auch auf der „Wir müssen reden“-Veranstaltung am vergangenem Wochenende stand „Kommunikation“ ganz groß im Mittelpunkt. (Link zu einem Notizzettel zur Gruppe „Kommunikationsstil“, der über Twitter ging. Ich wollte gerne hin, war aber leider „zu tief im Westen“ und damit zu teuer für mich.) Weiterlesen